Buchlesung von Prof. Dr. Klaus Wengst „Mirjams Sohn – Gottes Gesalbter“

2018-02-27

Dienstag, 27. Februar 2018, 19 Uhr, Jakobisaal Chemnitz, Theaterstraße 25

Wer war Jesus von Nazareth? Der Neutestamtler Prof. Klaus Wengst legt dar, dass die Antwort auf diese Frage die vier Evangelien geben möchten, und diese sind von Haus aus jüdische Schriften.
Sie sind in innerjüdischen Auseinandersetzungen entstanden, in einer Zeit als eine auf Jesus als Messias bezogene jüdische Minderheit einer jüdischen Mehrheit gegenüber stand, die den Glauben an Jesus als Messias vor allem aufgrund seines Todes an einem römischen Kreuz radikal in Frage stellte. Keine Frage war, dass Jesus Jude war.
Heute leben in einer völlig anderen Situation als die Evangelisten. Wir sind nicht Teil einer bedrängten jüdischen Minderheit, sondern Erben eines mächtig gewordenen Christentums, das gegenüber dem Judentum mit einer Schuldgeschichte beladen ist. Diese Unterschiedenheit der Situation ist bei der Auslegung mit zu bedenken. Kanonische Texte sind nicht einfach nur nachzusprechen, sondern müssen in je neuer Situation verantwortlich ausgelegt werden. Matthäus, Markus und Johannes werden nach Klaus Wengst als Juden kenntlich, die nicht nur die Septuaginta, sondern auch die hebräische Bibel gebrauchten. Ihre ursprüngliche Leser- und Hörerschaft sind auf Jesus als Messias bezogene Gemeinden aus vorwiegend jüdischen Menschen.

Eintritt frei

Gemeinsame Veranstaltung von Deutsch-Israelischer Gesellschaft und Evangelischem Forum zu den Tagen der jüdischen Kultur


 
 

Informationen des Präsidiums